It never rains in California

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Überhaupt, abgesehen vom Wetter gibt es noch extrem positiv zu berichten, dass die Menschen hier einfach unglaublich freundlich sind.

Ich habe mir ein Fahrrad ausgeliehen, und es — hier die stark verkürzte Fassung — einen halben Hügel runterfallen lassen. Ich habe nur wenige Minuten mit dem Fahrradladen telefoniert, um mitzuteilen, dass es da ein Problem gibt. Die Leute waren nur um mich besorgt, nicht um das Fahrrad oder wie wir das jetzt finaziell regeln. Als ich am nächsten Tag nochmal kurz anrief, hatten die Ranger im Park das Rad bereits kletternd geborgen, den Fahrradladen verständigt und der hatte es abgeholt und es befand sich bereits in Reparatur. Und das alles, ohne dass ich mich um irgendwas kümmern musste. (Ok, ich war schon so smart gewesen, den Rangern die Unfallstelle zu zeigen und ihnen neben meiner deutschen Mobiltelefonnummer auch die Visitenkarte des Ladens zu geben.) Als ich dann Ende der Woche das noch in meinem Besitz verbliebene Schloss zurückbrachte, wollten sie (nach ausführlicher Erörterung meines Gesundheitszustandes) für Abholung und Reparatur nicht mal Geld haben, mit der Begründung, die Ritzel wären ja nicht neu gewesen, die hätte man ja sowieso irgendwann mal wechseln müssen. Habe ich natürlich nicht akzeptiert. Na gut, sagte der Händler, dann teilen wir uns den Preis der Ritzel. 20$. Okay.

Wiederum mit Koffer im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs, überkam mich dann doch irgendwann der Hunger. Beim Umsteigen sah ich mich suchend nach einer Sandwich-Kauf-Gelegehneit um. Ob ich etwas suche, fragte die Lady vom Info-Schalter. Ich erklärte mein Anliegen. Ja klar, sagte sie und fing an zu beschreiben. Mit Blick auf meinen Koffer meinte sie dann, naja, vielleicht ist es doch etwas zu weit für mich, einen Block. Ich zog es dann auch vor, lieber den nächsten Zug zu nehmen. Sie lief mir hinterher und sagte: „Wait, I have a ham sandwich!“ und zog ein halbes Sandwich aus ihrem Rucksack und versicherte mir, dass sie die Hälfte abgeschnitten und nicht abgerissen habe. Ich war so hungrig, dass ich dieses Angebot nicht ablehnte.

Fast werbefilmreif sind die Szenen, wenn man einen anderen Mac-User trifft. (Dabei gibt’s die hier genau wie im Prenzberg an jeder Straßenecke.) Der muss sich immer unbedingt mit einem unterhalten und hat irgendwelche gutgelaunten Ratschläge oder Fragen zu kostenfreiem WiFi, meinem Weltreiseadapter oder meinem neuen MacBook.

Vielleicht liegt das ja am Wetter.

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One Comment - “It never rains in California”

  1. MOe Says:

    Vielleicht dass wir mal ein paar Amis gegen ein paar Ruhrpottler austauschen? Dann sollte sich das Niveau doch auf ein angenehmes Maß einpendeln? (Nein, Ruhrpottler sind NICHT nur grob und muffig, aber etwas mehr Freundlichkeit täte uns schon manchmal gut…)


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