Kaffeekultur-Clash II

Neulich, 7 Uhr morgen, Starbucks Berlin Hauptbahnhof.

Ich bestelle einen kleinen Kaffee, der hier ‚tall‘ und ‚house coffee‘ heißt. „Welchen Vornamen darf ich denn auf den Becher schreiben?“ fragt mich der jungsche Kaffeeausschenker. Ich habe zwar prinzipiell nichts dagegen geduzt zu werden, bin aber trotzdem etwas irritiert, da ich dachte, gemäßigte Businesskleidung zu tragen und außerdem ob des Anliegens überhaupt. (Nun denn, genaugenommen hat er mich ja auch nicht geduzt, aber das ist wohl Teil des Kulturclashs.)

Er schreibt meinen Vornamen auf den Becher. „Äh, wie lange soll dat denn dauern?“ fragt die Berlinerin in mir in leicht motzigem Tonfall mit besorgtem Blick auf die Armbanduhr. Ich bin ja schließlich nicht zum Kaffeetrinken so früh am Bahnhof. Der Typ fragt interessiert nach der Ursache meiner Besorgnis, da er diese Frage schon häufiger gehört hat. Der Prozess des Kaffeeeingießens sei nicht so aufwändig, beruhigt er mich. Wozu mein Vorname auf meinem Becher ist, wurde an diesem Morgen nicht geklärt.

Im Ursprungsland der Kaffeekette hingegen bekommt man mit dem Kaffee dann ein lachendes „Good Morning, xyz! Here is your coffee!“ entgegengepfeffert. Zu Hause habe ich mich trotzdem auch gut amüsiert, und wenn es nur über meine eigene Patzigkeit war.

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