Archiv für März 2007

Jahreszeitenwechsel

März 29, 2007

In der Tat, nach eins, zwei Tagen Frühling ist jetzt Sommer. 26-29 Grad diese Tage. Vor zwei Wochen war noch lange Unterhosen tragen angesagt. Nun habe ich Heuschnupfen, der zu Hause stets erst im Juli aufschlägt!

Vorbei.

März 27, 2007

Weihnachten ist nun auch in Shanghai vorbei. Heute auf dem Weg zur Arbeit konnte ich beobachten wie die Weihnachtsbeleuchtung und -schmuck aus den Bäumen der Century Avenue (世纪大道) enfernt wurde.

Vermutlich bevor es zu warm wird, so dass das Plastik schmelzen könnte. Vermutlich ist doch was dran, dass das Klima in Shanghai nicht wirklich angenehm ist. Es ist zu kalt oder zu nass oder zu warm. Im Moment ist es gerade zwischen zu kalt und zu warm, also zu nass.

Wenn ich es schaffe, ohne Taxi zur Arbeit zu kommen (wie heute), dann brauche ich eigentlich keinen Kaffee mehr, denn zugegebenermaßen sind kleine Adrenalinstöße doch inbegriffen, auch wenn ich Shanghai im Allgemeinen weiterhin sehr ‚comfortable‘ finde. Aber eben vielleicht doch nicht morgens vor dem Kaffee. Die U-Bahn an der Endhaltestelle zu verlassen, fordert schon eine gewisse Konzentration, vor lauter Leuten, die das gleiche Ziel haben. Ob ich wohl den Firmen-Shuttlebus noch kriege und wie viele Personen bereits drin sind, ist eine weitere spannende Frage. Und wenn man ihn nicht mehr kriegt, sollte man beim zu Fuss gehen bedenken, dass grüne Fussgängerampeln nicht überzubewerten sind. Heute morgen war es ausgerechnet der Bus vom German Center, der mich in schwarz-rot-gold fast überrollt hätte.

Noch nicht vorbei ist übrigens mein Aufenthalt, ich verlängere. (Lohnt sich vielleicht doch noch, dass Internet irgendwann zu fixen.)

Herausforderung des Tages: 瑜伽

März 15, 2007

Manchmal bedarf es quadrierter Herausforderungen, um sich danach richtig gut zu fühlen. Zweisprachige SW-Design-Meetings (70% Chinesisch, 30% Englisch) bringen es jedoch erfahrungsgemäß nicht immer so ganz.

Heute jedoch: 瑜伽 (sprich: yújiā) class, Yoga. Ich habe zwar sprachlich nicht wirklich viel verstanden, aber mit zum Glück waren mir das yujia selbst zum Teil vertraut. Und gut getan hat es in jedem Fall.

Nächstes Mal wird’s noch besser, denn ich habe mir ein wenig ‚key vocabulary‘ aufschreiben lassen:

吸气 - xīqì -einatmen; 呼气 – hūqì – ausatmen; 放松 – fàngsōng – entspannen, loslassen. Und die Körperteile wiederholen schadet sicher auch nicht…

没有wordpress.com

März 15, 2007

(没有, „mei you“: nicht geben, gibt’s nicht, ham‘ wa nicht)

Kurzes Update zu den fehlenden Updates: Das Internet im Appartement geht wieder. (Das hätte ich auch selbst „fixen“ können. Die Nachbarn klauen ständig die per DHCP vergebenen IP-Adressen und da muss man halt mehrmals ein neues Lease anfordern, bis man eine funktionierende Adresse hat. Hat eine Weile gedauert, bis wir uns verständigen konnten, denn zunächst war die Erklärung natürlich, sie könne mir das jetzt leider nicht fixen, ich hätte ja einen Mac und das ginge nur mit Windows. Nachdem wir uns aber verständigt hatten, das wir die gleichen Fachbegriffe beherrschen, kamen wir dann doch weiter.)

Aber dafür kommt wordpress.com derzeit gar nicht mehr durch die Great Firewall of China, und ssh nicht durch die Firewall des Appartments. Seufz. WiP.

Bis dahin, hier ein kurzer Gruß aus dem Büro.

Der Kaiser bringt das Abendessen

März 12, 2007

19:40 im Büro, 上海, versteht sich.

Ich sitze strategisch günstig, so dass ich dem lokalen Food-Delievery-Typen immer die Tür öffnen darf. Beim zweiten Mal heute abend habe ich realisiert, dass er eine Trickotjacke der deutschen Fussballnationalmanschaft trägt, auf der hinten zwar keine Nummer, aber „Der Kaiser“ steht.

Er sagt auch immer ganz souverän „Thank you“, wenn ich die Tür öffne.

Zu Hause ist das Internet kaputt, deswegen bin ich noch im Büro. Und weil ich immer so lange im Büro bin, kann ich nicht genug darauf drängen, dass mal jemand mein Internet fixt. (Deswegen auch so wenig Updates hier bislang, zu erzählen gäbe es natürlich ohne Ende…)

Lunch 1

März 7, 2007

Aus Anlass meines ersten Arbeitstages hier bin ich zum Lunch ausgeführt worden:

„Herbal Legends“ in „Shanghai Legends“ in Pudong.

Besonders orginell auch für hiesige Geschmäcker hinten links die frittierten Teeblätter mit Garnelen. Ohne Reis nicht zu ertragen, mit ganz nett. Und gut gegen Jetlag.

In den nächsten Tagen kommt sicher das Vergleichsfoto aus der 食堂 (Kantine) dazu.

Erster Tag in Pudong

März 6, 2007

Dank Auslandsaufenthalt gibt es jetzt hier ganz klassischen Blogcontent: Was ich heute getan und nicht getan habe:

  • Mit Maglev und Taxi selbst zum Appartment gefunden, statt mich abholenzulassen. Am Maglev steht für die Deutschen inzwischen auch irgendwo Transrapid dran.
  • Monatsmiete bezahlt und eingezogen, aber den Mietvertrag noch nicht gelesen und unterschrieben. (Habe ich eh erst nach dem Bezahlen gekriegt. Ist zweisprachig.)
  • Festgestellt, dass ich rudimentäres Internet habe (Bandbreite okay, nur viele Dienste werden geblockt), aber mich noch nicht um elegante Workarounds gekümmert.
  • Eine Monatsmitgliedschaft im Fitnessclub hier im Haus abgeschlossen. Die haben nämlich ein Schwimmbad, hier nur 24 Stockwerke unter mir.
  • Mich an 炒饭 (fried rice) und gegrilltem Straßenessen sattgegessen.
  • Die Küche ein wenig hilflos mit Dingen aus dem nahegelegenen 24h family mart ausgerüstet. Zucker nur als Kandis. Frische Milch. Jede Menge komisches, vermutlich japanisches Zeug. Das Mitbringen größerer Mengen heimischer Hygieneprodukte war jedenfalls überglüssig, die gibt’s alle.
  • Marktrecherche. Es scheint jetzt Einheitspreise zu geben, ich bekomme ohne Verhandlungen den Preis von 5 Kwai (knapp 50ct) pro DVD genannt, ob nun englischer, deutscher oder chinesischer Film oder M$ Vista.
  • Mit einer sehr aufregenden Massage, bei der ich trotzdem weggenickt bin, wenn es nicht gerade laut gekracht hat, den Großteil der Flug- und Zu-schwerem-Gepäck-Verspannungen gelöst. Die Verlängerung auf die zweite Stunde, wo ihr wohl auch noch einiges eingefallen wäre bei meinem immer noch nicht dollen Zustand dann aber abgelehnt, um doch irgendwann ins Bett zu kommen.
  • Seit dem Verlassen des Maglevs keinen weiteren Westler gesehen.
  • Trotzdem nicht rechtzeitig ins Bett gekommen.