Archive for the ‘Angespült.’ category

Die Wirren der Globalisierung

November 26, 2008

Ich sitze gerade hier und starre auf die Tracking-Informationen im Apple-Store und frage mich, ob mein neues Macbook wohl rechtzeitig aus Shanghai im Büro eintreffen wird, um mit mir auf die Geschäftsreise nach Shanghai zu kommen.

Wahrscheinlich nicht.

Vorbei.

März 27, 2007

Weihnachten ist nun auch in Shanghai vorbei. Heute auf dem Weg zur Arbeit konnte ich beobachten wie die Weihnachtsbeleuchtung und -schmuck aus den Bäumen der Century Avenue (世纪大道) enfernt wurde.

Vermutlich bevor es zu warm wird, so dass das Plastik schmelzen könnte. Vermutlich ist doch was dran, dass das Klima in Shanghai nicht wirklich angenehm ist. Es ist zu kalt oder zu nass oder zu warm. Im Moment ist es gerade zwischen zu kalt und zu warm, also zu nass.

Wenn ich es schaffe, ohne Taxi zur Arbeit zu kommen (wie heute), dann brauche ich eigentlich keinen Kaffee mehr, denn zugegebenermaßen sind kleine Adrenalinstöße doch inbegriffen, auch wenn ich Shanghai im Allgemeinen weiterhin sehr ‚comfortable‘ finde. Aber eben vielleicht doch nicht morgens vor dem Kaffee. Die U-Bahn an der Endhaltestelle zu verlassen, fordert schon eine gewisse Konzentration, vor lauter Leuten, die das gleiche Ziel haben. Ob ich wohl den Firmen-Shuttlebus noch kriege und wie viele Personen bereits drin sind, ist eine weitere spannende Frage. Und wenn man ihn nicht mehr kriegt, sollte man beim zu Fuss gehen bedenken, dass grüne Fussgängerampeln nicht überzubewerten sind. Heute morgen war es ausgerechnet der Bus vom German Center, der mich in schwarz-rot-gold fast überrollt hätte.

Noch nicht vorbei ist übrigens mein Aufenthalt, ich verlängere. (Lohnt sich vielleicht doch noch, dass Internet irgendwann zu fixen.)

Der Kaiser bringt das Abendessen

März 12, 2007

19:40 im Büro, 上海, versteht sich.

Ich sitze strategisch günstig, so dass ich dem lokalen Food-Delievery-Typen immer die Tür öffnen darf. Beim zweiten Mal heute abend habe ich realisiert, dass er eine Trickotjacke der deutschen Fussballnationalmanschaft trägt, auf der hinten zwar keine Nummer, aber „Der Kaiser“ steht.

Er sagt auch immer ganz souverän „Thank you“, wenn ich die Tür öffne.

Zu Hause ist das Internet kaputt, deswegen bin ich noch im Büro. Und weil ich immer so lange im Büro bin, kann ich nicht genug darauf drängen, dass mal jemand mein Internet fixt. (Deswegen auch so wenig Updates hier bislang, zu erzählen gäbe es natürlich ohne Ende…)

Kaffeekultur-Clash II

November 24, 2006

Neulich, 7 Uhr morgen, Starbucks Berlin Hauptbahnhof.

Ich bestelle einen kleinen Kaffee, der hier ‚tall‘ und ‚house coffee‘ heißt. „Welchen Vornamen darf ich denn auf den Becher schreiben?“ fragt mich der jungsche Kaffeeausschenker. Ich habe zwar prinzipiell nichts dagegen geduzt zu werden, bin aber trotzdem etwas irritiert, da ich dachte, gemäßigte Businesskleidung zu tragen und außerdem ob des Anliegens überhaupt. (Nun denn, genaugenommen hat er mich ja auch nicht geduzt, aber das ist wohl Teil des Kulturclashs.)

Er schreibt meinen Vornamen auf den Becher. „Äh, wie lange soll dat denn dauern?“ fragt die Berlinerin in mir in leicht motzigem Tonfall mit besorgtem Blick auf die Armbanduhr. Ich bin ja schließlich nicht zum Kaffeetrinken so früh am Bahnhof. Der Typ fragt interessiert nach der Ursache meiner Besorgnis, da er diese Frage schon häufiger gehört hat. Der Prozess des Kaffeeeingießens sei nicht so aufwändig, beruhigt er mich. Wozu mein Vorname auf meinem Becher ist, wurde an diesem Morgen nicht geklärt.

Im Ursprungsland der Kaffeekette hingegen bekommt man mit dem Kaffee dann ein lachendes „Good Morning, xyz! Here is your coffee!“ entgegengepfeffert. Zu Hause habe ich mich trotzdem auch gut amüsiert, und wenn es nur über meine eigene Patzigkeit war.

Fischgeruch

September 27, 2006

Aus OpenBC wird Xing.

Das kann ja alleine auf Chinesisch eine ganze Menge heißen, so ohne Angabe des Tons oder Zeichens: Affe (猩), Aprikose (杏), Satellit (星), Strafe (刑), Libelle (‚dragon fly‘ 蛵), um jetzt nur mal die einfacheren zu benennen.

Na gut, sie werden schon eher von ‚Interesse’/’aufblühen‘ (兴) oder ‚okay‘ (行) oder ‚mit Nachnamen heißen‘ (姓) inspiriert sein.

Am besten gefällt mir jedoch der „fischige Geruch“ (腥) .

Warten auf 9/11

September 8, 2006

Ich bin ja gerade in den USA, und hier hat die mediale Vorbereitung von 5 Jahre 9/11 schon was von „Warten auf den Weihnachtsmann“.

Newspaper, US
Ich kriege ja nicht viel mit hier, aber die wenigen Blicke auf die täglich vor’s Hotelzimmer gebrachte Zeitung und auf Internetportale in den Startseiten Einheimischer reichen schon. (Heute Titelbild: Mann und Frau, die sich als Feuerwehrmann und Gerette an 9/11 kennenlernten. Seufz.) Gestern habe ich dann doch auch mal den Fernseher angemacht, wo es diverse Talkshows und einen Spielfilm zum Thema gab. Zum Glück bin ich dann doch eingeschlafen, bevor ich erlebte wie den Dauertelefonierenden Ehemännern im entführten Flugzeug die Akkus ausgingen…

Albern.

August 7, 2006

Wie ich das Theaterstück fand, wurde ich gefragt. Ganz gut, aber teilweise auch recht albern, sagte ich.

Albern? Was heißt ‚albern‘, fragte mein Gesprächspartner, der kein deutscher Muttersprachler ist.

Ich war überfordert. Ob ich das Wort nicht mit ganz einfachen, anderen Worten erklären könne. Konnte ich nicht. Oder was es auf Englisch hieße. Das ist auch im Nachhinein nicht so einfach.